Meine erste Skulptur, entstanden mit siebzehn Jahren: eine hohl gearbeitete Figur aus vergoldetem Silber, geschaffen in fast sechs Monaten Handarbeit. Aus meiner persönlichen Sammlung – nicht verkäuflich.
Meine Begeisterung für die Goldschmiedekunst begann lange bevor ich zum ersten Mal an einer Werkbank saß. Mein Vater war im Antiquitätenhandel tätig. So konnte ich schon als Kind historische Kunstwerke aus dem Iran aus nächster Nähe betrachten: Skulpturen aus Gold und Silber, historische und königliche Schmuckstücke, Trinkgefäße und Rhyta, deren Kunstfertigkeit und Feinheit mich faszinierten. Was mir in Erinnerung blieb, war nicht allein ihre Schönheit, sondern der Wunsch, eines Tages selbst solche Werke zu schaffen.
Diese Faszination führte mich zur Goldschmiedekunst. Mit siebzehn Jahren …, nachdem ich etwa ein Jahr lang die Grundlagen dieses Handwerks kennengelernt hatte, beschloss ich, meine erste Skulptur zu schaffen: diesen Hirsch. Den Entwurf zeichnete ich selbst. Wie aus meiner Vorstellung auf dem Papier ein dreidimensionales Werk werden sollte, wusste ich jedoch noch nicht. Es gab auch niemanden, der mir die Herstellung einer solchen Arbeit zeigen konnte. Ich musste meinen Weg Schritt für Schritt selbst finden.
Ich begann mit Silberblech. Ich schnitt es zu und formte es auf einer Pechunterlage mit Punzen und Hammer nach und nach aus. So entstand eine hohl gearbeitete, sehr leichte Figur, die ich für eine schönere Wirkung vergoldete. Unter dieser goldenen Oberfläche liegt von Hand geformtes Silber.
Die Arbeit an dieser kleinen Skulptur dauerte fast sechs Monate. Manchmal wusste ich wochenlang nicht, wie ich den nächsten Schritt angehen sollte. Manchmal fiel mir die Lösung mitten in der Nacht ein. Jeder Teil dieses Hirsches erinnert mich an den Versuch, etwas zu verwirklichen, das ich noch nicht beherrschte – eine Erfahrung, die mich lehrte, wie viel Geduld und beharrliches Suchen zwischen der Vorstellung eines Werkes und seiner Entstehung liegen.
Seit mehr als zwanzig Jahren bewahre ich diesen Hirsch auf. Er hat seinen Platz in meiner Vitrine – mit dem Hinweis: „Nicht verkäuflich.“ Sein Wert liegt für mich nicht im Gewicht des Silbers oder in seiner Vergoldung. In ihm steckt ein Stück meiner Jugend, meiner Begeisterung und meines Lernwegs. Deshalb würde ich ihn für keinen Preis hergeben.
Dieser Hirsch ist für mich mehr als meine erste Skulptur. Er verbindet die Werke, die mich als Kind begeisterten, mit dem Weg, den ich selbst als Gestalter eingeschlagen habe. Diese Haltung lebt bei Goldschmiede Lotos bis heute weiter: Manchmal entsteht ein Werk aus meinen eigenen Erinnerungen und meiner persönlichen Welt, manchmal aus einer Geschichte, die ein Kunde mit mir teilt. In beiden Fällen geht es mir darum, etwas Persönliches und Bedeutungsvolles in ein Werk zu verwandeln, das man sehen, berühren und bewahren kann.
Ein Weg, der weiterführt
Ein späteres Werk, inspiriert von historischen Formen und der Faszination für antike Goldschmiedekunst.
Die Faszination für historische Kunst und antike Goldschmiedearbeiten blieb nicht nur der Ausgangspunkt meines Weges – sie begleitete auch seine weitere Entwicklung. Aus derselben Begeisterung für alte Formen, königliche Schmuckkunst und antike Gefäße entstanden später Arbeiten wie dieses Rhyton in Tierform.
Es steht exemplarisch für den Weg von den ersten eigenen Versuchen hin zu ausgereifteren, historisch inspirierten Arbeiten. So wird sichtbar, wie aus einer frühen Leidenschaft nach und nach eine gestalterische Handschrift entstand.
Ausgewählte Arbeiten mit Geschichte
Hinter vielen unserer Arbeiten steht mehr als ein Entwurf. Es sind persönliche Wünsche, Erinnerungen, Symbole und Geschichten, die den Ausgangspunkt für ein individuelles Schmuckstück bilden.
Zeichen der Verbundenheit
Ausgangspunkt war der Wunsch eines Bauunternehmers, das Logo seiner Firma nicht nur sichtbar zu machen, sondern als persönliches Schmuckstück zu tragen.
Aus dem Firmenzeichen entwickelten wir einen individuell gestalteten Goldring, bei dem das Logo zum prägenden Element des Entwurfs wurde.
Entstanden ist ein Unikat, das unternehmerische Identität, Persönlichkeit und Goldschmiedekunst miteinander verbindet.
Ein Stammbaum für Generationen
Ein älterer Herr wünschte sich, die Geschichte seiner Familie nicht auf Papier, sondern in einem persönlichen Objekt festzuhalten.
Daraus entstand die Idee eines handgefertigten Gehstocks aus Nussbaumholz, auf dem die Namen seiner Familie über mehrere Generationen hinweg angeordnet wurden.
Mit individuell gefertigten Goldelementen wurde aus dem Stammbaum ein persönliches Familienobjekt – geschaffen, um begleitet und weitergegeben zu werden.
Filigranes Armband
Dieses Armband entstand während meiner Ausbildungszeit, als ich 18 Jahre alt war. Inspiriert von persischer Ornamentik, war die filigrane Ausführung für mich damals eine große handwerkliche Herausforderung – ein Werk, an dem ich über viele Tage arbeitete, neu begann und vor allem Geduld und Präzision lernte.
Viele Jahre blieb das Stück als persönliche Erinnerung in meiner Vitrine. Erst viel später fand sich ein Kunde, der seine Gestaltung und Bedeutung verstand – und so fand dieses besondere Werk schließlich seinen neuen Besitzer.
Persönliche Sonderanfertigung
Dieses Schmuckstück entstand nicht aus einem Auftrag, sondern aus meiner eigenen Begeisterung für die Welt der Mythen und alten Erzählungen. Im Mittelpunkt steht Hebe, die griechische Göttin der Jugend und Schönheit – jene Gestalt, die den Göttern den Trank der ewigen Jugend reicht und damit Sinnbild für Anmut, Erneuerung und Zeitlosigkeit ist.
Über ihrem Haupt schwebt ein Aquamarin, der diesen göttlichen Trank symbolisiert und die Geschichte des Entwurfs in eine klare, leuchtende Form übersetzt.
Lange blieb das Werk als persönliches Stück in meiner Vitrine – bis es schließlich einen Menschen fand, der nicht nur seine Gestaltung, sondern auch die Idee und Symbolik dahinter verstand. So fand ein sehr persönlicher Entwurf seinen passenden Besitzer.
Löwe, Sonne und Krone
Für einen iranischen Kunden entstand ein Schmuckstück, das persönliche Verbundenheit mit einem historischen Motiv verbindet.
Im Zentrum steht das Löwen-und-Sonnen-Motiv Irans, darüber die Pahlavi-Krone – jene Krone, die auf Wunsch Reza Shahs für seine Krönung im Jahr 1926 angefertigt wurde und später auch von Mohammad Reza Shah bei seiner Krönung 1967 getragen wurde.
Dieses Projekt lag mir auch persönlich besonders am Herzen, denn die Geschichte und Bildsprache Irans begleiten meine eigene gestalterische Welt seit vielen Jahren.
Mit großer Sorgfalt wurden die historischen Elemente in eine eigenständige Schmuckgestaltung übersetzt.
So entstand ein Unikat, das Erinnerung, kulturelle Verbundenheit und Goldschmiedekunst miteinander vereint.
Persönliche Inspirationsquelle
Die Formen, Symbole und die handwerkliche Pracht iranischer Geschichte inspirieren meine gestalterische Handschrift seit vielen Jahren.
Faravahar und Lapislazuli
Für einen iranischen Kunden entstand ein Ring, der kulturelle Identität und persönliche Verbundenheit in sich trägt. Im Zentrum steht der Faravahar – ein Sinnbild iranischer Geschichte – kombiniert mit Lapislazuli, dessen tiefes Blau seit jeher mit der Bildwelt, Ornamentik und Farbtradition des Orients verbunden wird.
So wurde aus Symbol und Stein ein Schmuckstück, das Erinnerung, Herkunft und Goldschmiedekunst in einer klaren und zugleich ausdrucksstarken Form zusammenführt.
Geschichte bewahren – Ausgewählte Restaurierungen
Neben Neuanfertigungen und freien künstlerischen Arbeiten gehört auch die behutsame Auseinandersetzung mit historischen Objekten zu meinem Weg. Die folgenden Beispiele zeigen ausgewählte Restaurierungen, bei denen der Respekt vor dem ursprünglichen Werk ebenso wichtig war wie die handwerkliche Umsetzung.
Restaurierung einer Silberschale
Vor der Restaurierung / Nach der Restaurierung
Diese Arbeit zeigt die Restaurierung einer Silberschale mit markanter strahlenförmiger Struktur. Ziel war es, den Zustand des Objekts behutsam zu verbessern und seine Form wieder klarer erfahrbar zu machen, ohne seinen Charakter zu verfälschen.
Restaurierung eines Bronzegefäßes
Vor der Restaurierung / Nach der Restaurierung
Bei diesem Bronzegefäß fehlte im ursprünglichen Zustand ein größerer Teil der Form. Die Gegenüberstellung macht sichtbar, wie die Ergänzung und die restauratorische Bearbeitung das Objekt wieder lesbar und in seiner Gesamtform nachvollziehbar werden lassen.
Unsere Arbeiten
Von Unikaten bis zu bewahrten Erinnerungen.
Von Ringen über Umarbeitungen bis zu freien künstlerischen Arbeiten: Jedes Projekt wird individuell entworfen und in sorgfältiger Handarbeit gefertigt.
Mehr als Schmuck
Details, die nur ihre Besitzer kennen.
Viele Arbeiten enthalten persönliche Symbole oder verborgene Details. Gerade diese kleinen Elemente verleihen jedem Werk seine unverwechselbare Identität.
Ausgewählte Arbeiten
Weitere Arbeiten
Unterschiedliche Materialien, Formen und persönliche Motive – verbunden durch individuelle Gestaltung und handwerkliche Ausführung.
Olivgrünes LichtGold & EdelsteinZwischen Himmel und GoldSchmuckensembleRosé im DialogSchmuckensembleWaldlichtGold & EdelsteinGrünes EchoOhrunikatEisblüteDiamantbesatzZwei Linien, ein WegGold & DiamantenWellen der ZeitVier EdelmetalltöneSpuren des HammersHandgetriebene ArmreifenRosenglutGold & Cabochon
Ihr Projekt
Vielleicht beginnt auch Ihre Geschichte mit einer Idee.
Gemeinsam können wir daraus ein Werk erschaffen, das Generationen begleitet.
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